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Fiesta de los Reyes – Dreikönigsfest

Im letzten Blog habe ich über die Weihnachtsfeiertage auf La Gomera geschrieben, mit der Ankündigung, dass ich noch Fotos vom Dreikönigsfest nachreichen werde. Dieses war so farbenfroh und eindrücklich, dass ich ihm einen eigenen Blogeintrag widmen möchte.

Wie gesagt, in Spanien wird das Weihnachtsfest am 24.Dezember nicht so ausgeprägt gefeiert wie bei uns. Dafür aber wird der Dreikönigstag mit spanischem Enthusiasmus, Musik und fröhlichem Tanz begangen. Am Vorabend erhalten die Kinder Geschenke und am 6.Januar findet eine Prozession statt mit anschliessendem Volksfest.

Die Geschichte mit der Mauleselprozession, die ich im letzten Blog erwähnt hatte, hat so nicht stattgefunden. Das dürfte früher so gewesen sein und war auch so beschrieben in meinem Reiseführer. Stattdessen fuhr am späteren Abend des 5.Januar ein Feuerwehrauto durch die Strassen und verteilte Bonbons an die Kinder. Das habe ich jedoch verschlafen, weil ich nicht wusste, dass die Sirenen deshalb heulten.

Was ich allerdings in voller Länge mitbekommen habe, war die Prozession am Dreikönigstag – bei wunderschönem, klaren Wetter, das die Berge im Hintergrund im 3D-Effekt erscheinen liess.

In liebevoller Handarbeit bereiteten einige ältere Damen und Herren eine ein Meter hohe Statue aus frischem Obst, Gemüse, Brot, Wurstwaren und Blumen vor.

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Um die Mittagszeit versammelten sich jede Menge Menschen vor dem Centro Cultural, wurden mit Getränken und einem Imbiss versorgt und beglückwünschten sich zum Feiertag.

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Danach marschierte ein Prozessionszug hinauf zum Künstlerdorf El Guro, durch den mit Schilf bewachsenen barranco hinauf zur Ermita de los Reyes. Die Priester zogen dabei nicht mit, sondern warteten in der Kirche.

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Es wurde laut musiziert, eine Art Gebet gesungen und die Dorfjugend ging tanzend vorneweg – in einem bestimmten, sich wiederholenden Tanzschritt.

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Es folgte eine Messe mit anschliessendem Umzug um die Kirche herum mit der Fruchtstatue und zwei anderen Statuen der Jungfrau Maria, die hier allerorts das ganze Jahr hindurch verehrt wird. Zweimal verneigten sich die Statuen, einmal Richtung Valle Gran Rey und einmal Richtung Tal. Die Priester und Ministranten zogen hinterher.

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Über allem raschelte die aufwändige, bunte Dekoration aus tausenden Papierfahnen. Es wurden Ziegenfleisch (carne de cabra), Kichererbseneintopf (gabanzas) und andere Leckereien verkauft und die Menschen feierten ausgelassen auf dem Platz – angeblich bis weit in die Nacht hinein. Aber da war ich bereits wieder unten im Tal und verköstigte zusammen mit Kollegen den leckeren, original Schweizer Dreikönigskuchen, den ich in der deutschen Bäckerei entdeckt hatte.

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Obwohl der König etwas anders als gewohnt aussah, schmeckten die Hefebrötchen genau wie zu Hause. Neben dem König war im Kuchen auch noch eine Saubohne versteckt, die natürlich in meinem Brötchen versteckt war. Das bedeutet, dass ich die „A….karte“ gezogen habe. Aber das möchte ich so nicht stehen lassen. Ich lasse mich von den weiteren Erlebnissen auf La Gomera lieber weiterhin positiv überraschen.

*** ende ***

© Text und Fotos: Barbara Sorino

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