Zum Inhalt springen

Ankommen in meiner Welt

Inzwischen bin ich zum fünften Mal auf meiner Insel angekommen. 2011 das erste Mal, das letzte Mal dieses Jahr im April. Ja, ich gebe zu, hierher zieht es mich immer wieder. Es gibt bislang keinen anderen Ort auf dieser Welt, der eine vergleichbare Sogwirkung auf mich ausübt wie La Gomera.

112 Hola La Gomera!

Wenn die Fähre, die Reisende von Teneriffa nach La Gomera bringt, im Hafen von San Sebastian anlegt und ich den ersten Schritt auf dieses kanarische Kleinod setze, dann geht mein Herz auf. Das Salz in der Luft öffnet meine Poren. Der Wind streichelt mir über den Kopf. Die wuchtigen Felsen umschliessen mich wie starke Arme. Leute, die seit Jahren oder Jahrzehnten immer wieder hierher kommen, antworten mit den ähnlichen Worten: Es fühlt sich an wie Nachhausekommen. Deshalb war es nur folgerichtig, dass ich einen Grossteil meines Timeouts hier verbringen werde.

P1030244 Blick Richtung La Calera

P1030233 enge Gässchen in La Calera

Gut. Da bin ich nun. In einer winzigen Unterkunft im ursprünglichsten Ortsteil des touristischen Hauptortes Valle Gran Rey, in La Calera. Es war die einzige Unterkunft, die ich im April finden konnte, als ich das letzte Mal hier war und meine Auszeit plante. Man verdient nicht so viel an Gästen, die lange bleiben. Deshalb sind solche Unterkünfte, die zudem erschwinglich sind, rar. Der Vorteil meiner engen Dachgeschosszelle liegt darin, dass sie einer alteingesessenen, überaus selbstbewussten Frau namens Blanca gehört. Sie gab mir sofort zu verstehen, dass ich mit jedem Problem zu ihre kommen könne.

P1030241 meine kleine „Zelle“…

Foto 2 …mit grandioser Aussicht

Die Herausforderung liegt in der Grösse und Lage. Es geht ziemlich aufwärts und es müssen einige Treppen überwunden werden – in der Regel mehrmals täglich, versteht sich. Die Quadratmeter ohne Dachschräge können an drei Fingern abgezählt werden. In den ersten Stunden habe ich mir gleich zweimal am Gebälk mächtig den Kopf angeschlagen. Nun koche, dusche und bewege ich mich vorsorglich in gebückter Haltung.

Obwohl ein grosser Teil meiner Selbst auf dieser Insel und in Valle Gran Rey zu Hause ist, wurde mir schnell klar, dass dieser Aufenthalt nicht nur von der Dauer her anders sein wird. Ich habe es mir – ausser beim Gepäck – nicht leicht gemacht. Abgesehen vom Rückflug Ende April 2015 und der Unterkunft, habe ich nichts organisiert. Ich habe meinen Laptop mitgenommen. Zwei Tage vor Abreise hat mir eine liebe Freundin einen iPod mit über 4000 Songs und Boxen in die Hand gedrückt – ein überaus wertvolles Geschenk, wie sich gezeigt hat! In meinem Gepäck habe ich neben ein paar wenigen Kleidern noch drei Bücher, Malsachen, eine Lieblingstasse und Wanderausrüstung mitgenommen. Mehr nicht.

Foto 3 Blick ins „Valle“, El Hierro im Hintergrund

Wie füllt man 180 Tage und wie kommt man von Hundert runter auf annähernd Null? DAS wird mich wohl noch eine Weile beschäftigen. Denn Nichtstun zählt (noch) nicht zu meinen Stärken. Geduldig warten, bis sich meine schmerzenden Hüften von zu viel Gartenarbeit kurz vor der Abreise erholt haben, ebenfalls nicht. Was tut man, wenn sich die Tage plötzlich endlos lange dahinziehen? Natürlich, man beginnt zu organisieren. Mein Vorratsschrank war schnell mit dem Nötigsten gefüllt, sodass ich mir Gedanken über das Tagesprogramm machen konnte. Für Montag habe ich mich bereits für einen zweiwöchigen Spanisch-Intensiv-Kurs angemeldet. Einen ersten Physiotherapietermin für meine Hüfte habe ich ebenfalls schon in der Tasche.

P1030225 Playa del inglès

Tja, ein Zuviel an Zeit hat seine Tücken. Ich muss es langsam angehen mit dem Ankommen und ein wenig Struktur kann dabei nicht schaden. Einen täglichen Fixpunkt hatte ich bereits vor meiner Abreise definiert – mein persönliches Highlight, die morgendliche Shibashi-Runde an der wilden Playa del inglès – spätestens dann ist mein Herz immer sperrangelweit offen, saugt die Energie des tosenden Meeres ein und lauscht dem Ziehen der Wolken und Brechen der Wellen. Im Rücken die steil aufragenden Felsen, auf dessen Plateau 800 Meter über dem Meer „mein“ Baum steht und als einziger weit und breit seit Jahrzehnten den Elementen trotzt. Mein Held! Aber darüber werde ich ein anderes Mal berichten…

P1010935 mein „Held“

Hasta luego!

© Fotos und Text: Barbara Sorino

Anmerkung zu den Fotos: Aus Datenschutzgründen platziere ich selten Fotos mit anderen Menschen. Ich bitte um Verständnis. Ausserdem verwende ich neben aktuellen Fotos auch Fotos, die während meiner letzten Aufenthalte auf La Gomera entstanden sind.

  1. Wie schön, dass wir ein bisschen mit dabei sein dürfen auf deiner Insel. Wie schön sie ist. Und deinen Held verehre ich aus der Ferne herzlich.

    8. November 2014
  2. liebe Barbara – weiterhin viel Schönes wünsche ich dir. Zuversicht. vertrauen. Mut hast du ja schon:) alles Gute,herzlich Elisabeth

    3. Januar 2015
  3. Geier #

    Danke für dein schreiben:))
    Wünsche dir alles Gute auf deiner Insel und fürs neuen Jahr!
    Ganz lieber Gruss
    Lucas

    3. Januar 2015
  4. Anonymous #

    Hola Barbara , amiga pasajera !Pero al mismo tiempo tengo que quedar a la mesa, y con pensamientos av a la fuera de ventanas.
    Lo que pasa es que tu eres de la acera de enfrente, mi hija de hermana.
    He leido tus noticias sobre de la Isla Canarias, la Gomera. . Que suerte para ti ,porque pocees el paraiso al lado de ti , pajarita.l
    Y por eso por lo que esta en la tierra de descaso y en la isla de los feacios.Alli estas una buscadora Su viaje le llevara a muchas orillas.
    Gracias por la misma voz de historias, todo lo cual es tan familiar para mi.
    Para hoy, me gusteria desearle del sol del la Eterna Primavera „.
    Con todo mi corazon, tutio dejo atras , Thomas

    28. Februar 2015

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s