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AUS – ZEIT für eigene Träume

Über andere zu schreiben ist wesentlich einfacher als über sich selber. Nie zuvor hat mich eine leere Seite so herausgefordert.

Es wurde mehrfach der Wunsch an mich herangetragen, dass ich zur Abwechslung mal über mich schreiben soll. Irgendwie fühlte ich mich nie wirklich wohl mit dieser Idee. Was soll ich euch denn erzählen? Jetzt aber ist ein idealer Zeitpunkt für einen Versuch. Meine Zukunftspläne sind reif.

BA So_Fensterladen Buchstabenspiel

Worte sind wie Bälle

Die Welt der Buchstaben, Worte, Bilder und Geschichten übt eine grosse Faszination auf mich aus. Ich liebe es, mit ihnen zu jonglieren und mit ihrer Hilfe spannende Lebensgeschichten einzufangen.

DSC_0227 Geschichten schreiben

Als ich im Herbst 2012 mit dem Gedanken spielte, parallel zu meiner Tätigkeit als Berufs- und Laufbahnberaterin in einem öffentlichen Berufsinformationszentrum eine eigene Praxis aufzubauen, stellte sich mir die Frage, wie ich diese publik machen könnte. Eine Webseite war die naheliegende Antwort. Doch ich wollte keine statische Seite, sondern eine auf der immer wieder etwas passiert. Durch eine Kollegin wurde ich aufmerksam auf Blogs und da wusste ich, das ist die Lösung. Ich ging sofort ans Werk und schrieb die erste Bloggeschichte über einen mutigen Fahrradhändler in Winterthur. Patrick und ich teilen eine grosse Leidenschaft und das sind Fahrräder.

DSC_0326  mein „Mercedes“

Ohne Fahrrad ein halber Mensch

Das Leben in der Schweiz – vor allem wenn man in einer grösseren Stadt lebt – lässt sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut meistern. Deshalb steht in meiner Garage kein Auto, aber mit Sicherheit ein Fahrrad. Es gab eine Zeit, da habe ich Reisebücher von Fernradlern verschlungen wie leckere Desserts. Man kann dieses Gefährt mit allem möglichen beladen und die ganze Welt umrunden. Das war auch mal mein Traum. Mittlerweile denke ich in bescheideneren Dimensionen und bin glücklich, wenn mir einen Tag lang der Fahrtwind um die Ohren pfeift und ich am Abend mit dem Finger auf der Landkarte nochmals die Strecke abfahren kann. Jedes Mal geniesse ich die Befriedigung, diesen Weg aus eigener Kraft bewältigt zu haben.

La Gomera 2012 013 Barranco de Arure, La Gomera

Die Natur als Inspiration und Kraftquelle

Durch einen Wald streifen, alte Bäume bewundern, Wolken beobachten, am Meer den Wellen zuhören, einen Berg erklimmen – all das brauche ich wie die Luft zum Atmen. Ich lebe gerne in einer Stadt, solange mindestens ein Wald und Berge in Reichweite sind. So kann ich meinen Kopf regelmässig auslüften und meine Baumfreunde besuchen.

Foto bei „meinem“ Baum

Im Rahmen meiner Praxis führe ich manchmal Gespräche und Übungen im Freien durch. Das wird sehr geschätzt. Nebeneinander gehen und reden entspannt und bringt die Gedanken in Fluss. Ausserdem muss man sich nicht ständig in die Augen schauen. Man ist mehr bei sich und gleichzeitig in einem intensiven Austausch. Das Singen der Vögel oder das Hämmern eines Spechts, die Stimmen anderer Spaziergänger und das Gurgeln eines Baches liefern inspirierende Hintergrundgeräusche. Das natürliche Tageslicht, Sonne und Regen geben einem das Gefühl, am Puls des Lebens zu sein. Gewonnene Erkenntnisse werden intensiver erlebt und können besser verinnerlicht werden als in einem begrenzten Praxisraum. Das entspricht meinem Grundbedürfnis nach Weite, Offenheit und Natürlichkeit.

0_Barbara Matti Matterhorn

La Gomera 2012 053 La Gomera, Blick auf den Teide

Auf der Suche nach dem Wesenskern

Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, so war und bin ich ständig auf der Suche nach dem Kern meines Wesens – ein mitunter holpriger Weg mit Umwegen und Irrwegen. Es reicht mir nicht, ein wenig an der Oberfläche zu kratzen. Es drängt mich in die Tiefe, auch wenn diese teilweise dunkel und unsicher erscheint. Diese Haltung findet natürlich auch ihren Niederschlag in meiner Beratungstätigkeit. Die Begleitung von Menschen, die ihre persönliche und berufliche Lebenssituation überdenken und verändern wollen, ist teilweise herausfordernd und bereichernd zugleich. Jene Augenblicke, in denen klar wird, wofür das Herz eines Menschen wirklich schlägt, welches Talent oder welcher Herzenswunsch gelebt werden will, und was für Leidenschaften in jemanden schlummern, sind beglückend. Auch wenn diese Ideen oder Träume auf den ersten Blick völlig irrwitzig und unerreichbar erscheinen, verdienen sie höchsten Respekt. Dann beginnt der eigentliche Weg – die Umsetzung und Überwindung scheinbarer und tatsächlicher Hindernisse. Alleine schaffen wir es in der Regel nicht. Wir brauchen die Gemeinschaft, um wirklich ans Ziel zu gelangen.

Gemeinsam gemeinsam Ziele erreichen

Barbara Sher und Wishcraft

Das Studium der Psychologie in Innsbruck hat mich die Grundlagen menschlichen Erlebens und Verhaltens gelehrt. Aber richtig glücklich wurde ich dabei nicht. Es war mir zu theoretisch und weit entfernt vom wirklichen Menschsein. Die Individualität hat mich schon immer stärker interessiert als die Kategorisierung menschlicher Denk- und Verhaltensweisen. In meinen Tätigkeiten als Familienarbeiterin, Jugendarbeiterin, Gestaltungstherapeutin in einer Psychiatrie und nun als Berufs- und Laufbahnberaterin habe ich mich stets für den einzelnen Menschen interessiert. Es waren und sind die eigenwilligen Ideen und Lebensentwürfe, die mich am meisten anziehen – sei es in autobiografischen Werken, in Gesprächen mit Freunden oder im Beratungskontext.

Im Rahmen des Masterlehrgangs zur Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin am Institut für Angewandte Psychologie in Zürich bin ich zufällig über die Bücher der amerikanischen Karriereberaterin Barbara Sher gestolpert. Diese haben mich dermassen berührt, dass ich mich spontan dazu entschlossen habe, eine Coachingausbildung bei ihr zu absolvieren.

2013-11-17 17.47.31 Barbara Sher, Frankfurt 2013

Barbara Sher ist zudem die Begründerin der „Erfolgsteams“, eines Gruppensettings, in dem auf hochwirksame und humorvolle Art persönliche Herzenswünsche aufgespürt und umgesetzt werden – allen Hindernissen und „Bodyguards“ zum Trotz.

DSC_0157 Träume ins Leben holen

Menschen zusammenführen

Aufgrund meiner eigenen, kunterbunten Herkunft (österreichische Mutter, kroatischer Vater, italienische Grossmutter) hört mein Blickfeld am Tellerrand nicht plötzlich auf. Ich interessiere mich für das Andersartige dahinter, für fremde Sicht- und Lebensweisen. Man könnte auch sagen, ich bin neugierig. Auf diese Weise knüpfe ich ständig neue Kontakte und lerne unterschiedlichste Menschen kennen. Manchmal schreibe ich dann über sie in meinem Blog. Und wenn ich das Gefühl habe, dass zwei Personen sich irgendetwas wichtiges zu sagen haben, dann versuche ich die beiden aufeinander aufmerksam zu machen. Ich denke, dieses Verhalten fällt unter Netzwerken im Dienste der Mitmenschen. Mir selber beschert es eine angenehme Genugtuung, wenn sich Ressourcen und Talente auf diese Weise finden und weiterentwickeln. Die Idee des Erfolgsteams macht sich genau diesen Aspekt zunutze.

Auszeit_Steine Zeit für eine Auszeit

Authentizität und Ruhe

„Im Leben kommt es erstens anders und zweitens als geplant“. Das musste ich unlängst zur Kenntnis nehmen. Kurz nach der offiziellen Eröffnung meiner Praxis im vergangenen Jahr wurde ich durch eine völlig unerwartete Diagnose auf mich selbst zurückgeworfen. Es war der Beginn einer intensiven Auseinandersetzung mit den Begrenzungen des Lebens. Obgleich körperlich gesehen alles gut über die Bühne gegangen ist, hat sich mein Blick auf das Leben und meine Rolle darin verändert. Wenn ich in meiner Arbeit mit Ratsuchenden weiterhin glaubwürdig und erfolgreich sein möchte, muss ich erst einmal das Geschehene richtig verdauen. Ich möchte meinem eigenen Rhythmus Raum geben und neues Vertrauen ins Leben gewinnen. Ausserdem ist es an der Zeit, mit gutem Beispiel voranzugehen und eigene, brachliegende Träume zu verwirklichen, so wie ich es in meiner Arbeit immer predige.

DSC_0062 in aller Ruhe …

2010_breiter Wanderweg … neue Wege erkunden

AUS – ZEIT für eigene Träume

Soeben habe ich meinen Job gekündigt und meine Praxis wieder geschlossen. Ab August nehme ich mir eine längere Auszeit, in der ich der Musse Platz mache und alles Müssen zur Seite lege. Doch weil mir Nichtstun nicht wirklich liegt, werde ich mich mit schönen Dingen beschäftigen. Die ersten Monate werde ich auf Schloss Fou de Fougerette im Burgund verbringen und als Allrounderin Teil einer internationalen Schlosscrew sein. Ich liebe es, im Garten zu werkeln, für hungrige Leute zu kochen und Kuchen zu backen, Zimmer zu streichen, Ordnung zu schaffen und neue Kontakte zu knüpfen.

Die Wintermonate verbringe ich auf meiner kanarischen Lieblingsinsel La Gomera. Ich möchte in aller Ruhe die gewaltige Natur in mich einsaugen, stundenlang den Wellen lauschen und mich nebenbei in die spanische Sprache vertiefen. Der dritte Teil meiner Auszeit ist noch offen. Mal schauen, wohin es mich ziehen wird.

DSC_0252 Wellenspiel…

P1000570 … am Playa del Ingles, La Gomera

Ihr werdet von mir lesen…

Damit der Draht in die Heimat und zu meinen Lesern nicht komplett abreisst, möchte ich während meiner Auszeit schreiben und Kostproben davon in meinem Blog veröffentlichen. Es ist anzunehmen, dass mir viele interessante Erlebnisse und Menschen jede Menge Schreibstoff bieten werden. Ihr dürft also mit spannenden Schlossgeschichten und Inselgeschichten rechnen.

*** ende ***

 PS: Ich bitte um Nachsicht, wenn es ab Juli schwierig wird, den Kontakt mit mir aufrechtzuerhalten. Es liegt in der Natur einer Auszeit, dass man sich auch auf der Beziehungsebene eine zeitlang ausklinkt. Vielen Dank für euer Verständnis.

Text und Fotos: Barbara Sorino

 

 

  1. Anonymous #

    Hey du ich wünsche dir eine tolle Auszeit. Grüessli Eveline vom BIZ Uznach

    14. Mai 2014
  2. Max Greuter #

    sehr interessant jetzt weiss ich ein bisschen mehr von Dir

    7. Juni 2014
  3. liebe (ra)barbara
    ich freue mich, dass wir uns auf twitter kennengelernt haben. nun fliegst du bald los. ich bin gespannt, wie es dir ergehen wird.
    das mit der radreise um die welt ist so ein traum vieler. mein liebster hat ihn in klein wahr gemacht und ist vier monate bloggend um die nordsee geradelt. (siehe: http://irgendlink.de/projekte/ums-meer/). von unterwegs zu bloggen, hat vor- und nachteile.
    manche reisen dienen der reise nach innen; und dadrüber bloggen muss nicht sein. wie auch immer, falls du hier was schreibst, freue ich mich. und ich bin sicher nicht die einzige.
    liebe grüsse
    denise

    5. November 2014

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